Beziehungsweise
Wer macht mich glücklich?
Die meisten Menschen haben den Wunsch, in einer erfüllten und glücklichen
Partnerschaft zu leben, doch sehen wir an der Scheidungsstatistik wie auch
an der Trennungshäufigkeit von nicht-ehelichen Beziehungen, dass dies nicht
so einfach zu sein scheint. Ist dann aber erst einmal eine „alte“ Beziehung
(oft schmerzhaft) überstanden, geht die Suche nach dem „richtigen“ Partner
meist ganz schnell weiter!
Viel Glück!
Doch genau an dieser Erwartungshaltung, durch „den Anderen glücklich zu
werden“ scheitern die meisten Beziehungen. Und anstatt Liebe, Nähe, Vertrauen
und Aner- kennung zu erfahren, folgt oft nur Enttäuschung. Wobei das „Ende
einer Täuschung“ natürlich der Beginn von etwas wirklich Neuem sein kann.
Werde Du selbst zum idealen Partner!
Alle Partner sind immer ein Spiegelbild meiner eigenen unbewussten Unzulänglich-
keiten. Unbewusst heißt, sie liegen im „Schattenbereich“ im Verborgenen
und sind von mir bisher nicht wahrgenommen worden. Sie begegnen mir somit
im Außen, in meiner Umwelt, und vor allem natürlich auch in meinen Beziehungen
wieder.
Was stört mich am anderen am meisten?
Durch bewusstes Hinter- fragen lässt sich erkennen, was im eigenen Bewusstsein
fehlt. Die Frage sollte aber nicht etwa lauten „wer stört mich?“ (siehe
oben), sondern „was stört mich?“ Diese genaue Unterscheidung erst ermöglicht
mir von Anderen und mit Anderen zu lernen. Dieses Prinzip gilt natürlich
nicht allein für Liebesbe- ziehungen, sondern ist auf jede Beziehungsstruktur
anwendbar, sei es nun in der Familie, im Beruf oder im privaten Freundeskreis.
Jeder Partner ist somit ein Lernpartner,
der mir verdeutlichen kann, welche unerlösten „Schattenanteile“ bei mir
selbst Erlös- ung finden wollen. Dadurch wird vor allem die wichtigste
Beziehung entwickelt, die Beziehung zu mir selbst! Sie nämlich ist die
unentbehrliche Grundlage für alle Bezieh- ungen im Außen, zu anderen Menschen
und natürlich in der Partnerschaft.
Dann kann aus Verliebtheit Liebe werden! Nun zeigt sich, ob aus einer Verliebtheit wirkliche Liebe werden kann. Ob wir im Stande sind die unliebsamen Anteile des Partners zu akzeptieren, zu tolerieren oder diese lieben zu lernen. Wir erleben, wie weit wir im „bedingungslosen Lieben“ geübt sind, und bereit sind Erfahrungen zu machen oder ob wir in der Ablehnung verharren und somit auch in einer Ablehnung gegen uns selbst. Denn alles was wir bei unserem Partner ablehnen, lehnen wir auch bei uns selbst ab.
Mit sich selbst im Einklang sein! Bin ich mit mir im Reinen? Kann ich mich so lieben wie ich bin? Erst dann kann ich auch eine vollkommene, erfüllte Beziehung im Du haben, bedingungslos.
Erschienen Februar 2004 im Magazin Silenzium (Rubrik "body&soul")
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